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Wenn uns die Uhr eine Stunde klaut

Seit 29. März gehen die Uhren wieder nach der Sommerzeit. Die Nacht auf den letzten Sonntag im Monat März ist immer eine Stunde kürzer, denn dann wird die von 2 Uhr auf 3 Uhr vorgestellt. Die Winterzeit endet und somit gehen die Uhren wieder nach der Sommerzeit. Die Zeitumstellung ist in Deutschland seit 1980 beschlossene Sache und gesetzlich verankert. Genauso lange ist sie ein umstrittenes Diskussionsthema, denn der veränderte Tag-Nacht-Rhythmus bekommt nicht jedem – auch wenn es sich lediglich um eine Stunde handelt.

Die technische Koordination der Zeitumstellung

Rein technisch gesehen läuft die Zeitumstellung reibungslos wie ein Uhrwerk. Verantwortlich ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Es findet ein Abgleich der Uhrzeit der dortigen Atomuhren mit der Uhr am Langwellensender in Mainflingen in der Nähe von Frankfurt am Main statt. Vom dortigen Sendegebäude aus wird das Zeitsignal DCF77 sowohl an öffentliche als auch an private Funkuhren gesendet. Empfänger des Zeitsignals sind unter anderem auch Verkehrsampeln, die Flugsicherung sowie Kraft- und Umspannwerke.

Mini-Jetlag: der Einfluss der Zeitumstellung auf den menschlichen Biorhythmus

Im Vergleich zu ihrem technischen Ablauf, ist die Zeitumstellung für Menschen in vielen Fällen nicht ganz so störungsfrei. Innerhalb der ersten Tage nach der jeweiligen Zeitumstellung treten bei manchen Menschen Konzentrationsstörungen, eine verstärkte Müdigkeit und eine geringere Leistungsfähigkeit auf. Die Betroffenen fühlen sich, als hätten sie einen Mini-Jetlag. Denn auch nach einem Flug in eine andere Zeitzone hat man mit ähnlichen Symptomen zu kämpfen. Der Grund dafür ist, dass die innere Uhr des menschlichen Organismus noch auf die Winterzeit eingestellt ist, wenn der Wecker am Morgen nach der Zeitumstellung eine Stunde früher klingelt. Unsere Körperfunktionen – wie die Hormonregulation, Puls und Blutdruck – befinden sich sozusagen noch im Schlafmodus. Je nachdem wie empfindsam man ist, kann dies unangenehme Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben.

Tipps zur Umgewöhnung von der Winter- auf die Sommerzeit

Da der Tag-Nacht-Rhythmus durch die Zeitumstellung gestört wird, kann es gut sein, früher ins Bett zu gehen und sozusagen vorzuschlafen. Die Umstellung erleichtern können auch Wechselduschen am Morgen, um den Kreislauf anzuregen. Um die Müdigkeit zu bekämpfen ist Tageslicht wichtig, das zur Bildung des Aktivitätshormons Serotonin notwendig ist. Bewegung an der frischen Luft ist daher in jedem Fall hilfreich.

Umstritten seit der Einführung vor 35 Jahren: die Zeitumstellung

Hintergrund für die Einführung der Zeitumstellung vor 35 Jahren war der Gedanke, die natürliche Helligkeit des Tageslichts solange wie möglich auszunutzen. Je länger es abends hell ist, desto weniger muss man auf elektrisches Licht zurückgreifen und kann somit Energie einsparen. Gegner und Kritiker betonen aber immer wieder, dass dies ein Trugschluss sei. In den Sommermonaten werde am Abend zwar weniger das elektrische Licht eingeschaltet, jedoch hebe sich dieser Energiespareffekt durch das vermehrte Heizen am frühen Morgen im Frühjahr und Herbst wieder auf.

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